Christentum
Aus Stupidedia
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Halt ein, o Besucher dieser Seite! Der nachfolgende Artikel könnte deine religiösen Gefühle verletzen oder du könntest gar vom Glauben abfallen. Falls dein fester Glaube unerschütterlich ist, du gar keinen hast oder sowieso schon den Scheiterhaufen vorgeheizt hast, wünschen wir dir viel Vergnügen beim Lesen dieses Artikels. Gezeichnet, die Hohepriester und Propheten der Stupidedia | |
Nach dem Atheismus ist das Christentum die am zweitstärksten vertretene Glaubensrichtung der Welt.
Das Christentum steht zwar unter dem Einfluss der polytheistischen Religionen der römischen, griechischen und ägyptischen Hemisphäre; so wollte man Altes bewahren und doch auch neuen Bewegungen genüge tun. Bewerkstelligt wurde dies aber letztlich durch den Trick der Dreifaltigkeit – im Sinne von „die Drei verstehen sich so, als seien sie eins“. Immerhin wird heute offiziell von ihm als monotheistischer Religion gesprochen.
Diese Dreifaltigkeit, die daher zentraler Punkt des Christentums ist - wurde wohl mittels H. Rühmann, Willy Fritsch und Oskar Karlweis im metapherhaften Film „Die Drei von der Tankstelle“ bisher am glaubwürdigsten dargestellt. Alfred Hitchcock versuchte später mit den Drei Fragezeichen ein Remake, konnte jedoch nicht an die Größe des Originals heranreichen.
Jesus Christus
Die Zeugung
Da lt. Bibel Mariä Jungfrau ohne Zweifel Jungfrau war, also keinen ehelichen Verkehr mit ihrem Mann Joseph hatte, stellt sich aus dieser offiziellen Quelle heraus die Frage, wie Jesus gezeugt worden ist.
1. These
Lt. Bibel wurde der Engel Gabriel zu Mariä geschickt, um ihr die verheissungsvolle Nachricht zu überbringen, dass sie die Gnade Gottes durch den Heiligen Geist empfangen und daher bald messiasschwanger würde, was zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten über die Art des engelhaften Erscheinens und die Art, wie ernst der Engel seinen Auftrag nahm, zuläßt. Gott experimentierte[1] also hier mit der DNS aus fremdem Samen in Mariäs Leib, um Jesu Entstehen zu verwirklichen. Aber dies stellte einen Ehebruch dar und Jesus wäre hiernach das erste Retortenbaby.
2. These
Engel Gabriel war kein Schwerenöter, denn sein Auftraggeber hatte sein Werk schon vorher vollbracht, in dem er das Spermium für die Entstehung des kleinen Jesus schon vorher in das Ei Mariäs eingepflanzt hatte. Gott - der große Gynäkologe - vollbrachte hiernach also bereits vor 2000 Jahren das, was die Menschheit erst seit etwa 30 Jahren fertigbringt.
3. These
Jesus wurde nicht gezeugt, sondern Gottvater implantierte einen wie aus dem Nichts geschaffenen Fötus in Mariäs Gebärmutter, die somit Leihmutter war, aber hier ebenfalls ohne Sex zum Kind gekommen wäre.
4. These
Die 4. These hält sich am engsten an die frühesten Interpretationen aus den biblischen Quellen und besagt, dass es allein schon ausgereicht hätte, dass sich die Auserwählte in des Heiligen Geistes Gottes Schatten befunden hätte, um sie zu befruchten. Daraus folgt, dass Gott mit seinem Schatten tendenziell sehr vorsichtig umzugehen hat, um nicht mit Vaterschaftsklagen überworfen zu werden.
5. These
Aus der normalen konjugalen Geschlechtertätigkeit ging ein Sohn hervor. Er war von Statur und Aussehen aber so hässlich, dass Joseph, der leibliche Erzeuger, die Vaterschaft nicht anerkannte. Um die Verwandten und näheren Freunde nicht vor den Kopf zu stoßen, erfand Joseph die Geschichte von der Jungfrauengeburt.
6. These
Handlungsreisende waren nicht selten im alten Palästina. Hier trafen sich die Wege zwischen Orient und Abendland. Einer fand Gefallen an Mariä, schwängerte sie und zog mit seiner Karawane weiter. Als der Sohn des Reisenden geboren wurde, erfand Mariä die Geschichte von der Jungfrauengeburt.
Die letztgenannten Thesen unterstellen der Bibel zwar eine Lüge, da in diesem Falle Mariä keine Jungfrau im klassischen Sinne mehr gewesen wäre. Doch Mariä wurde 23 Jahre vor ihrer Empfängnis im Sternzeichen der Jungfrau geboren, was durch unvollkommene Bibel-Übersetzungen falsch interpretiert wurde. Somit lügt das Buch der Bücher dann doch nicht.
Das Leben
Geburtsumstände
Die drei Waisen aus dem Abendland
Es gibt kein größeres Elend, als das, was sich der Mensch selbst bereitet. Von umtriebigen Handelskarawanen in die Scheinselbständigkeit getrieben, waren im Nahen Osten umherstreifende Handelsreisende gefürchteter, als kombinierte Kakerlaken- und Heuschreckenplagen. „Hat man sie einmal vor der Hütte stehen, wird man sie nicht mehr los“ lautete ein damals oft gebrauchter Sinnspruch.
Der gemeine Weihrauch-Vertreter war in diesen Tagen mithin einer der meist gehasstesten Personen, in den Gegenden, wo er sein Werk verbreitete, wie eine schwarzen Katze und Jahwe-Aussprecher gemieden und als Unglücksbote und Leichenfledderer berüchtigt.
So begab es sich, dass drei Wirtschafts-Waisen – ursprünglich aus dem Norden kommend - ohne offizielles Mutterunternehmen, Selbständige halt, durch die Wüsteneien der Sinai-Halbinsel nordöstlich zogen, um nach dem Aufkauf von Weihrauch bei den Nabatäern, Gold der untergehenden Kultur der Pharaonen und von Myrrhe aus den tropischen Regionen Afrikas nach unschönen Erlebnissen mit brutalen nordafrikanischen Gruppierungen, den etwas knausrigen Berberstämmen, endlich den als damals schon weltoffenen und handelsgeilen Juden das Geld aus der Tasche ziehen zu können.
Allerdings war das Unternehmen nicht sonderlich von Erfolg gekrönt. In Ermangelung von Marketinganalysen hatte eine Wahrsagerin ihnen geweissagt, dass zu dieser Zeit ihnen ein heller, sehr heller Stern am Firmament erscheinen werde, wenn die Kundschaft besonders zahlungswillig sei. Da sie derlei Aussagen mit damals üblichem Hokuspokus zu verbinden wusste, zahlten die Herren begeistert aus ihrem Edelmetallfonds eine Vorab-Gewinnbeteiligung, um später zu merken, dass es in jenen Breitengraden gar keine Mitternachtssonne gab und so während finsterster Nacht die besten Umsätze prognostiziert wurden.
In der Not frisst der Teufel Fliegen: so wurde Tag und Nacht gewandert und ein Stern zur Orientierung genommen, um im vielleicht gelobten Land sicher anzukommen.
In Betlehem oder Nazaret standen sie nun da, die Taschen voll edlen Geschmeides und alle, fast alle Bürger lagen am frühen Morgen in ihren Betten und schliefen den Schlaf der Gerechten. Nur an einer Stelle im Dorf wankte die Flamme einer Öllampe rhythmisch zu dem leisen Wind, der wie beobachtend fein über die Dächer strich und sich leise fröstelnd in die Gewänder der neugierig sich nähernden Männer schlich.
Als sie Mariä in letzten Geburtswehen lagen sahen, war ihnen, geschäftstüchtig wie sie waren, sofort klar, dass hier ein Markt für ihre Waren gegeben war.
Den besorgten Joseph zogen sie zur Seite und boten Myrrhe als blutstillende, desinfizierende und Weihrauch als entzündungshemmende Stoffe für die körperlichen Begleiterscheinungen der Geburt und gleich einen Edelmetallfonds für die finanziell gesicherte Zukunft des Kleinen an.
Bei dem ohnehin schon günstigen Angebot sei zu bedenken, führten die Handlungsreisenden aus, dass Weihrauch auch als kultisches Mittel für Beerdigungen verwendet werden könne, da die Geburtssterblichkeit für Frau und Kind hoch sei. Weitere Werbungen wurden aus Spamgründen nicht mehr in die Bibel übernommen. Ihnen hatten die Eltern Jesu wohl aber nichts mehr entgegenzusetzen, weil geschrieben steht, dass sie sich über die (Werbe-)Geschenke (im Zusammenhang mit dem getätigten Umsatz) freuten. Für wie lange sie sich verschuldeten, weiß nur der Wind. Und Gott natürlich.
Der Herodes
Regiert wurde das Land, in dem Jesus geboren wurde, von einem Herrn namens Herodes, der sich zwar selbst "groß" nannte, aber erstens nur 1 Meter 52 und zudem nur ein Vasallenkönig war, der die eigentlich Rom unterstehenden Gebiete als besserer Landverweser verwaltete. Es gab unter ihm allerdings auch viel zu verwesen, weil er als brutal, ehrgeizig und jähzornig galt und selbst seinen eigenen Söhnen misstraute, da sie ihm offenbar nichts recht machen konnte. Während er sich mit ihnen in dieser unschönen Art von Familienprozessen herumschlug, kamen auch noch Magier an den Hof und prognostizierten einen baldigen Regierungswechsel durch einen frisch gesalbten und gewickelten Neugeborenen.
Der kleine Jesus entging dem angeordneten und wie ein Kommandounternehmen durchgeführten Gemetzel mit seinen Eltern und seinen Stief-Brüdern nur durch schnelle Flucht auf Eseln, die gegen die frisch erstiegenen Waren der Handelsvertreter eingetauscht worden waren. Es ging nach Ägypten, das zwar als dekadent, doch auch als einigermaßen politisch sicher bekannt war.
Die Pubertät
Nach dem kurzen Auslandsaufenthalt wuchs er bis zum Alter von elfeinhalb Jahren von der Mutter und seinem Stiefvater behütet in Nazaret oder Betlehem auf und wie so oft bei unterschiedlichen Interessenlagen als Kinder getrennter Eltern, konnte er es nur einem recht und billig tun. Trotzdem versuchte er nach Kräften, nach nur vier Jahren Volksschule und einer mittelmäßigen Note in Religion, auch den hehren Vorstellungen seines Vaters gerecht zu werden.
Doch zunächst nur seine Mutter war mit ihm zufrieden und hoffte, dass Jesus im Baugewerbe, in dem sein Stiefvater erfolgreich tätig war, zeitnah einen unbegrenzten Arbeitsvertrag angeboten bekam.
Aber Jesus war das ewige Weinholen für die Saufbrüder am Bau endgültig satt und begann, sich immer stärker für das Judentum zu interessieren, wenngleich nicht in der Absicht, dem ohnehin schon ausgereiften Standardwerk seines Vaters blind und kopierend nacheifern zu wollen, als vielmehr hier von den Gläubigen weniger akzeptierte Ansatzpunkte zu finden, die es in seinen Visionen nicht mehr gäbe und kontinuierlich verfolgt, was sich später zum Teil bewahrheitete, zu einer neuen, attraktiveren Religion führen sollte.[2]
Religionsanstiftung
Erste Wunder
Zunächst galt es aber, auf sich aufmerksam zu machen. Das konnte man besser mit special effects als mit Argumenten und Thesen erreichen.
Biblisches
Jesus war ein Wunder an Organisationstalent. So besuchte er - noch mit seiner Mutter - eine Hochzeit in Kanaaaaa, wo er feststellen musste, dass der Gastgeber den zu erwartenden Konsum entweder schlecht berechnet oder sich zu viele Gäste selbst eingeladen hatten. Vor allem mangelte es an Brot und Wein - die damalige Zeit war voll von logistischen Schwierigkeiten.
Jesus aber hatte dann wohl doch das Blut seines Vaters, der mit seinem Geist allein schon paranormale Dinge veranstalten konnte, wenn er gerade nicht Kopfschmerzen hatte und sorgte dafür, dass es wenigstens den Gästen so vorkam, dass der Wein zum Ende des Festes hin immer hochwertiger wurde. "Mein Gott, was müsst ihr betrunken sein!" sprach Jesus in lakonischen Worten. Ihm war nach seinen Erfahrungen beim Bau klar, dass es Besoffenen nicht mehr auffällt, wenn man den Wein immer mehr mit Wasser streckt.
Für die in Saufseligkeit Befindlichen jedenfalls war es auch ein Wunder, so spät in der Nacht noch etwas zum Essen bekommen zu haben, nachdem auch der Bäcker nach ein paar Drohungen Jesu seine frischen Brötchen direkt bei der Hochzeitsgesellschaft abgeliefert hatte, aber kaum wahrgenommen worden war. Brötchen und Wein wird seit diesem Ereignis immer wieder in Verbindung mit Jesus gebracht.
Apokryphen
Nach den Apokryphen tat Jesu es seinem Vater in kleinerem Rahmen nach, der bereits mit Reedereien logistische Meisterwerke vollbracht hatte:
Hiernach soll es so zugegangen sein: Jesus, noch ungeübt mit Wundern, sah die Nachfrage nach neuem frischen Wein zwar rechtzeitig, doch verwandelte er das zu rituellen Waschungen gebrauchte Wasser, die zu priorisierenden Leitsinne spiritistisch falsch kanalisierend, in Fische, weil er sich zu stark von dessen Geruch inspirieren ließ.
Danach wurden die Fische zuerst in Knäcke-, dann in Vollkorn-, dann in Zwiebel-, in Dinkel- und letztlich in normales Weißbrot gewandelt. Und dieses Brot tauschte Jesu dann auf dem Markt gegen Trinkbares, weil er entnervt das sich Wundern über die Wunder aufgegegeben hatte.
Die Suche nach der Frohen Botschaft
Das Los seiner Geburt war kein leichtes: Da er seit seiner Geburt heilig war, wurden große Erwartungen in ihn gesteckt und keine Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten, Unpässlichkeiten, Vorlieben genommen. Er hatte einen 24-Stunden-Tag!
Jesus wusste, dass das Volk bzw. seine potentiellen Kunden, die ja nur aus der bisherigen Staatsreligion Judentum zu gewinnen waren, sich aber nicht sehr lange durch hübsche Wunder blenden ließen und Taten auch Worte zu folgen hatten.
Und bevor er Jünger um sich scharen konnte, die ihm bei der Verbreitung der Frohen Botschaft helfen könnten, musste er erst einmal älter werden und überhaupt diese Frohe Botschaft erst einmal kennen! So vergingen viele Jahre der Forschung und des Studiums - von der Pubertät bis zum 30. Lebensjahr - als Gottvater des ewigen Studierens überdrüssig war, ihm die finanzielle Unterstützung entzog und Johannes dem Täufer in Visionen erschien, dass der Messias bald die ganze Welt erlösen werde.
Die Frohe Botschaft
Johannes verkündete so das nahende Gottesreich und einen Messias, der das alles zu verwalten hätte und erzählte es jedem, der von ihm in den Jordan getaucht wurde, predigte es den Menschenscharen, um diesen wie weiland Moses den Weg über den Jordan zu ebnen, um dem Schöpfer im gelobten Land als Gläubiger in doppelten Sinne - schließlich wurde ihnen ja auch die Seligkeit als Gegenwert für ihre Leistung versprochen - entgegentreten zu können. Und bei den damals schwierigen Lebensumständen verbreitete sich sein Versprechen schnell. Jesus nutzte diese Steilvorlage Gottvaters, machte den Wirkungsort des Predigers ausfindig und forderte ihn zur Taufbattle auf. Wer binnen einer Stunde mehr Täuflinge "verarztet" und an einem Tag mehr Jünger durch Predigten um sich versammelt bekäme, gewänne und der andere müsse sich zurückziehen! So gewann Jesus am Fluss Jordan diese Auseinandersetzung und in der weltlichen Führungsetage des Alten Bundes bzw. Testamentes rollte der Kopf des Johannes. Er ging, offiziell, über den Jordan, weil dem König dessen Anhängerschar, die nun jedoch zu Jesus überliefen, zu gefährlich geworden war. So hatte man nur den Kopf ausgetauscht und das Team blieb - wie im Fußball. Mit den Jüngern Johannes und seinen Wunderbewunderern hatte Jesus sich eine Art Stammkapital für sein noch junges Unternehmen angespart, auf das sich aufbauen ließ. So zog er durchs damalige Galiläa, durchs Westjordanland und den Südlibanon, damals alles in sicherer jüdischer Hand. |
Er predigte das kommende Himmelreich, ließ verkünden, dass er der Messias und die bisherige Perspektive obsolet sei. Er versprach das Ende von Glaubenshunger und -durst, das Ende von sozialer Armut und versprach die Reduzierung von Tempelsteuern und -abgaben wie ein Politiker. Das bisherige Ende eines Menschenlebens, diese Art religiöses schwarzes Loch, die Hölle, hätte nun für einen wahrhaft Bekehrten ein Ende und für einen ungläubigen Thomas, einen seiner Anhänger, der aufgrund Ungläubigkeit beinahe ersoffen wäre, allerdings zwei Enden (neben dem Himmel noch das Fegefeuer). Wie die Wurst, die er immer wieder paraphrasierte.
Bei seiner in jungen Jahren bereits altklugen Redekunst, seiner Geistesgegenwart in gefährlichen Situationen gewann er gerade bei der armen Bevölkerung Gehör und zog mit immer mehr Leuten durchs Land.
Die geplante Steinigung
Als Beispiel für seine suggestive sprachliche Kraft soll sein Auftreten bei einer geplanten Steinigung Erwähnung finden:
Biblisches
Hiernach schritt Jesus durch ein Dörfchen, in dem sich die komplette Gemeinde im Kreis zusammengeschlossen und etwa drei Zentner Steine aufgehäuft hatte, um eine Ehebrecherin traditionell zu bestrafen. Die Delinquentin durfte sich dabei im Kreis frei bewegen, aber nicht zurückwerfen.
Die Dramatik verlangte, dass gerade, als der erste den "ersten" Stein nehmen wollte, Jesus dazwischen trat und sprach: "Wer von Euch den ersten Stein findet, der werfe auch zuerst." Da sich niemand mehr daran erinnern konnte, welcher Stein zuerst herbeigebracht worden war, entließen die verblüfften Möchtegern-Steiniger die Frau, den Scheidungsanwalt und den Liebhaber. Letztere hatten sich hinter der Frau zu verbergen versucht.
Apokryphen
Hiernach wurde der Abbau eines alten Palastgemäuers ausgeschrieben. Jesus gewann die Ausschreibung, weil er seinen noch nicht so richtig gläubigen Jüngern nach dem Scheitern der Großbaustelle "Babel" im Alten Testament nun einen "Tempelbau im Himmelreich mit der Kraft, die Glauben schafft" versprach und süffisant durchblicken ließ, dass mit den übrigen Steinen vielleicht auch noch eine Steinigung drin sei, wobei das Rohmaterial aber zunächst noch beschafft werden müsse. Daher konnte er sehr günstig kalkulieren.
Als die Jünger nach der Plackerei den zu Steinigenden suchten, schimpfte Jesus: "Spielt hier nicht die Unschuldigen!" Und soll mit versteinerter Miene das Weite gesucht haben. Die Jünger standen im Abseits.
Seine Zeit als praktischer Arzt
Um seine Jünger und potentielle Neuzutritte gläubiger zu machen, reichten punktuell eingesetzte Wunder und das "Abgrasen" von Randgruppen wie Zöllner und Prostituierten nicht aus.
Das gemeine Volk träumte zwar vom großen Lottoerfolg eines Wunders, doch hatte es lieber für sich greifbare, realistischere Erfolge, von dem es unmittelbar profitierte und das war vor allem Gesundheit, um eine gute Ausgangsbasis für Tagelöhnerei, Handwerk und das Betteln zu haben. Arztrechnungen konnten damals nur von Wohlhabenden beglichen werden.
So begab es sich immer öfter, dass Scharen von Kranken, Alten und Schwachen Jesu Hilfe für sich einforderten. Jesus, der grundsätzlich schlecht "Nein" sagen konnte, half nach Kräften und so verließen zu Hauf faule Zähne ungepflegte Mundräume, Blinde wurden einer "Grauer-Star-OP" unterworfen und ab und an auch ein offensichtlich Toter reanimiert.
Richtig berühmt aber wurde er, als sich ein Mannes in mittleren Jahren bei ihm vorstellte, der von seinem Leid berichtete: "Herr...Jesus, ich habe ein Problem, das ich nicht näher beschreiben kann. Es fing schon in der Volksschule an, wo für mich unverständliches Gemurmel gesprochen wurde und alle sagten, ich sei als Jude in einem römischen Tempel. Als ich von meinen Eltern am Sabbat aus einem nahen Brunnen Wasser holen sollte, kam ich halb verdurstet nach einigen Tagen zurück mit einem leeren Eimer, weil ich etliche Male auf dem Rückweg das Wasser ausgoß, um wenigstens wieder zurück zum Brunnen zu finden. Endlich aber fasste ich den Mut, dieser Frau das Vertrauen zu schenken, denn sie sah meiner Mutter so ähnlich... Sag mir, woran leide ich?"
Und Jesus sprach: "Tja, Du bist doof, bei diesem Problem kann Dir nicht einmal der liebe Gott helfen!"
Umzug nach Jerusalem
Als der nunmehr riesige Tross von Gläubigen nun trotz Jesu regelmäßigen Wandelns von Brot in Wasser und von Fischen zu Brot nichts mehr zu essen hatte, weil das Wasser, das Brot und die Fische nicht mehr reichten - er konnte schließlich nur UMwandeln - war die Zeit des Endes der Wanderschaft für Jesus gekommen und er strebte gen Jerusalem.
Da Taschentücher damals noch nicht so sehr im Schwung waren, begrüsste man ihn mit frisch gepflückten Zweigen und bewillkommnete ihn als den Messias - seine Taten waren ihm vorausgeeilt.
Tempelvandalismus
Als er sich in einer gemütlichen Pension - nahe einer großen Synagoge - einquartiert hatte, störte ihn der Lärm, der bereits am frühen Morgen durch die Gassen und Strassen in sein Gästezimmer drang. Ja, er war Langschläfer, aber er wurde besonders zornig, als er angekleidet und ohne Frühstück die Pension verließ, gewahrte, dass der Tempel zu einer Markthalle umfunktioniert worden war.
Da wo fromme Gebete erschallen und aus der Thora vorgelesen werden sollte, hatte der Kommerz Einzug gehalten, da die ortsansässigen Geistlichen den Tempel allein aus Spenden nicht mehr finanzieren konnten. In der Wut eines Kirchenmannes ohne Kirche, der von seinem Glauben enttäuscht, endlich die Heimstatt seines Gottes gefunden zu haben und eine Messe allerdings kommerzieller Prägung vorgefunden hatte, zerstob er mit Fußtritten Verkaufsstände, warf feilgebotene Waren durch die Luft und die Händler aus den einst heiligen Hallen.
Zunächst einmal war das Überleben seiner Truppe durch die zurückgelassenen Lebensmittel gesichert, aber er machte sich Sorgen für die Zukunft. So warb er bei den Pharisäern für die Einführung einer Kirchensteuer, die den Bestand des Gotteshauses sicherte und die aber nur gemäß des Einkommens der Klientel zu entrichten sei.
So ist auch sein Gleichnis zu verstehen: "Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme". Die Kirchensteuer muss damals ziemlich hoch gewesen sein.
Gefangennahme und Prozess
Als Ausdruck grimmigen Humors und Irrwitz des Schicksals missfiel der seelsorgerische, ärztliche und agitative Erfolg mit zunehmenden Anhängerzahlen den allzu träge gewordenen jüdischen Priester, Rabbis und sonstigen Kirchenoberen immer mehr.
Deren Aufmerksamkeit hatte er vor allem seiner im besetzten Tempel zelebrierten Redekunst zu verdanken hatte, die nun nicht mehr über die Weiten der israelitischen Wüste verbrämt und verfremdet, sondern ihnen hautnah und unverfälscht vor Ort übermittelt wurde. Er hielt sich auch nicht an das sonntägliche Heilungsverbot, so dass kränkliche Gläubige bis nach der Sonntagsandacht warteten, um von ihm verarztet zu werden.
Nicht nur, dass er in starken Bildern erzählte, wie die obere Schicht eine Doppelmoral vor den das Land besetzenden Römern trieben, sondern er würzte dies auch geschickt mit persönlichen peinlichen Vorlieben einzelner Personen aus diesem Dunstkreis. Hier profitierte er vor allem von Insiderinformationen und den Spionage-Künsten Judas Ischariots.
Jesus berühmte Pharisäerwitze [3] (man sagt, man erzählt sie sich noch heute“!) aber brachten das Fass zum überlaufen und die Mächtigen machten sich nun Gedanken, wie man sich seiner am unauffälligsten entledigen könne.
Die Gefangennahme
Da zeigten wohl alle auf Pontius Pilatus, den römischen Statthalter, der sich allerdings schon auf sein Wochenende gefreut hatte. Dieser war daher ein bisschen unmotiviert, als er durch die Bestechung Judas die gewonnenen Informationen, wie von seinen Vorgesetzten vorgeschrieben, zeitnah umzusetzen hatte.
Mit einigen römischen Soldaten und durch die Einnahmen aus der Kirchensteuer hochgerüsteten Tempelgarde zog man gen Jesu, als der gerade eine Gartenfete mit seinen Jüngern veranstaltete und gerade etwas Wasser in Wein umgewandelte hatte. Alle Jünger flohen feige, als sie die waffenstarrende Macht sahen und Jesus verstand die Welt nicht mehr.
Ein flüchtiger Blick auf die Anklageschrift aber ließ ihn zu den Worten verleiten: „Ihr seid vorgegangen wie gegen einen Mörder … dabei war ich jeden Tag im Tempel, wo ihr mich festnehmen konntet. Aber so soll die Schrift erfüllt werden!"
Der Prozess
Prozesse wurden in der damaligen Welt anders als heute geführt. So fehlte der trockene Gesetztes-Touch, strenge züchtige Kleidung der beteiligten Richter und Verteidiger konnten sich nur die wenigsten leisten. Überhaupt wurde die Atmosphäre durch das marktschreierische Benutzen farbiger Metaphern und der Motivation zu spontaner Bestrafungslust stattgegeben und dies alles nur von dem Gefangenen kritisiert. Begonnen wurde gern mit der Urteilsverkündung.
Folgende Punkte standen in der Anklageschrift:
- Tempelvandalismus
- ärztliches Wirken ohne Zulassung
- Zauberei
- Unterstützung von Prostitution
- Amtsanmaßung (Messias)
Jesus hatte zum ersten Anklagepunkt nichts hinzuzufügen, außer, dass es der Kirche durch diese einläutende Maßnahme jetzt finanziell besser gehe.
Ja, er hatte ohne Approbation ärztlich gewirkt, aber nachgewiesenermaßen immer nur erfolgreich.
Da viele seine Wunder mit der Verwendung von Alkohol (Wein) zu tun hatten, plädierte er in diesem Punkt auf Unzurechnungsfähigkeit.
Sicher habe er Prostituierte unterstützt, aber nicht in ihrem Gewerbe, sondern den Huren einen neuen Weg gewiesen. Alle seien jetzt nachweislich Christinnen geworden und sie hätten ihren Beruf aufgegeben und seien keinewegs spezielle Marketenderinnen.
Allein zum letzten Punkt musste er zugeben: „Aber natürlich bin ich der Heiland, man beweise mir erstmal das Gegenteil“, was ihn nun nicht davor schützte, verspottet und auch geknufft zu werden. In die Johlerei rief aber der mit der Verurteilung betraute Pilatus, ständig auf die Sonnenuhr sehend: „Also ich sehe keine Schuld bei Jesus, was haltet ihr davon, wenn wir dieses Arschloch von Barrabas zunächst einmal hinrichten, denn verurteilt ist er schon. Nächsten Montag sehen wir dann weiter!“
Da fiel Pontius Pilatus ein: "Oder machen wirs ganz anders - einer von beiden stirbt und der andere wird frei sein, als gute Tat vor dem Passahfest?!" in der Hoffnung, dass sich das Volk für Barrabas entschiede und er einen schnellen Feierabend hätte. Doch der von den Römern aufgehetzte Pöbel forderte eine umgehende Verurteilung und Hinrichtung von Jesus und die Freilassung von Barrabas. Zu spät gewahrte Pontius, dass Barrabas den gleichen Vornamen wie Jesus hatte und er sein Volk mit der einfachen Frage "Jesus oder Jesus?" in Schwulitäten hätte bringen können.
Kreuzigung und Tod
Jesus blieb einfach nichts erspart. Pontius Pilatus füllte zähneknirschend die vielen vielen Formblätter zur Verurteilung und Hinrichtung Jesu und zur Freilassung Barrabas aus, während dem Delinquenten eine Henkerskleidung angeboten wurde. Er wählte für sich einen roten Mantel purpurartigen Stoffes mit weitem Schnitt und weil er sich ohne Kopfbedeckung immer "nackt" fühlte eine modische Dornenkrone, auch weil es ihm an Selbstironie trotz seines schon immer vorgezeichneten Weges nie gemangelt hatte. Natürlich wollte er mit dem weiten Mantel auch einige Blessuren des Verhörs kaschieren.
Da die Kassen römischer Vasallenstaaten zu jener Zeit recht leer waren, wurde zunächst natürlich am Henkerpersonal gespart, so dass der Delinquent seinen Hinrichtungsgegenstand selbst zu tragen hatte. Und der Weg war recht weit und Jesus von eher schmächtiger Statur. Trotzdem wollte er jetzt kurz vor seinem Ziel einen guten Eindruck vor seinem Vater im Himmel machen und schritt, das Kreuz geschultert, zur Hinrichtungsstätte.
Ähnlich wie bei heutigen Marathonstrecken standen nicht nur Teile des Publikums am Wegesrand, sondern auch die helfenden Kräfte. Hier tat sich ein Herr namens Simon von Kyrene, der wohl nur in die Bibel kommen wollte, besonders hervor. Als Jesus nämlich über so einen vermaledeiten Stein stolperte und das Kreuz zu verlieren drohte, half er ihm wieder auf und schickte sich an, für ihn das Kreuz zu tragen. Jesus wollte vor Gott aber nicht disqualifiziert werden und übernahm es wieder selbst. 3:311 Minuten später hielt er kurz ein, um sich von Veronika den Schweiß abwischen zu lassen.
Nachdem die erste schwere Bergetappe genommen war und er seiner Mutter gewunken hatte, kam ein Stück ebene Strecke, die aber gespickt mit Schlaglöchern war. Hier stolperte er zum zweiten Mal und er musste arg an sich halten, nicht zu fluchen.
Das dritte Drittel führte über rutschiges Kopfsteinpflaster zwischen Dattelplantagen steil bergan, und aufgrund einer dritten Panne - einem Beinah-Spagat - kam er trotz höchster Motivation von insgesamt drei zu Kreuzigenden doch nur als letzter ans Ziel, weil die anderen vermutlich länger und besser trainiert hatten. Als Name der beiden anderen ist Heiner und Kai-Uwe überliefert.[4]
Der Spruch "Alles ist nur geliehen" wurde wahr und Jesus musste seinen Mantel und seine darunter befindlichen Kleider bis auf einen Lendenschurz abgeben. Dann wurden ihm Stricke um die Hand- und Fußgelenke gelegt, wie es heute auch noch eindrucksvoll bei Passionsspielen zu sehen ist (viele kommen nur zur Kreuzigung!) und das Kreuz mit ihm in der größten Mittagshitze aufgerichtet.
Dass Jesus dies bei seiner schwächlichen Konstitution nicht lange aushielt, war abzusehen und so wurde er zwar noch von einigen römischen Soldaten mit feuchten Schwämmen versorgt. Als die aber dann nicht die gewünschte Wirkung zeigten, gaben sie es auf und gaben sich dem Glücksspiel hin und knobelten um Jesu Kleidung. Als erster vor den Mitdelinquenten gab Jesus seinen Geist auf und diktierte den Soldaten vorher noch mit sterbender Stimme in die Feder für seine Kreuzes-Gedenktafel: Im nächsten Rennen ich[5](!)
Das Leben nach dem Tod (das letzte Wunder)
Nach Jesus Tod überschlugen sich die Ereignisse, welchen eine gewisse Dramatik nicht abgesprochen werden konnte.
Niemals geht man so ganz, dachte sich nämlich der liebe Gott und ließ Jesus nach einigen Tagen festen Totenschlafes wieder auferstehen. Es war Zeit geworden, dass sein Sohn nach vielen Jahren der Orientierungslosigkeit und Müßiggängertums endlich mal in seine Fußstapfen zu treten habe und Gegenstand einer neuen Religion werden solle. Ausschlafen konnte er sich als Gottvater ja auch nicht.
Die Frauen, die Jesus leeres Grab vorgefunden hatten, waren zu spät gekommen, um die Jünger zu warnen. Die Jünger, die sich nämlich schon damit abgefunden hatten, das weltliche Erbe Jesus zu verkaufen - wie es halt mit der Anteilnahme im wahrsten Sinne des Wortes so ist - waren recht erschrocken, als Jesus plötzlich bei ihnen erschien, um sich nicht nur mit ihnen um den nach längere Suche gefundenen Spendentopf und Familienschmuck zu streiten zu beginnen, sondern auch klar zu machen, dass er mit seiner Wiederauferstehung nun auch ein geistliches Erbe weiterzugeben hätte, was mittels Aufzeichnungen entsprechend zu vermarkten sei.
Die Evangelien
Problematisch war, dass die Apostel zwar allesamt fachlich versiert, jedoch eine ungesunde Mischung verschiedener Charaktere waren und nur von Jesus erfolgreich beschwichtigt und zusammengehalten werden konnten. So war es nach Jesus Weggang in die Manageretage nicht verwunderlich, dass verschiedene Apostel ihre ganz eigene Geschichte von Leben und Werk Jesu festhielten, Vorkommnisse anders interpretierten und ihnen unwichtige Details - wie z. B. Jesu Modefummel - ganz wegließen und diese so nur Verwendung in den inoffiziellen, von der Kirche aus religionspolitischen Gründen abgelehnten Apokryphen fanden.
Weil keine Einigung über eine einzigartige Version gefunden werden konnte, wurden der Vollständigkeit halber alle Evangelien in die Bibel der Apostel übernommen, verbunden einerseits als Appell an die Leserschaft mit der vagen Hoffnung, durch die Jahrhunderte die Essenz wohl allein herauszubekommen und als Arbeitsplatzsicherungsmaßnahme für die vielen Theologen, die sich schon früh zu Lebzeiten der Autoren gierig auf das Thema stürzten.
Geschichte
Die Katakombenzeit – im Sandkasten der christlichen Spätantike
Die christliche Urgemeinde, die sich aus den Jüngern und ihren Gefolgsleuten zusammensetzte und als Besonderheit Jesus nicht nur durch Erzählungen, sondern persönlich kennengelernt hat, betrachtete sich aufgrund der Gnade ihrer frühen Geburt als besonders auserwählt. Wer auch immer sich später als Christ bezeichnete, war weniger Wert als der Dreck unter ihren Sandalen, denn sie kannten den Heiland tatsächlich, haben ihn wenigstens live gesehen oder sind durch seine Hand geheilt worden. So etwas schweißt eine Gemeinde zusammen.
Nachdem die Römer sich vorläufig des Anführers der Christen entledigten, agierten dessen engsten Gefolgsleute sehr geschickt. Um nicht das gleiche Schicksal wie ihr Erlöser zu finden, verschwanden sie feige aus dem Dunstkreis Jerusalems und verteilten sich in alle Winde. Von ihren unterschiedlichen Standpunkten aus wollten sie eine Weltreligion gründen, die sich vom Judentum abgrenzte, finanziell unabhängig war und auf die Lehre Jesu baute. Zurück blieb ein Haufen Verunsicherter, die, um nicht von den Römern entdeckt zu werden, sich den Status einer Geheim-Organisation gaben. Sie trafen sich an konspirativen Orten, meist Katakomben, Ruinen oder Wohnungen von senilen Chassidisten, verabredeten geheime Klopfzeichen und eine eigene Begrüßungsformel.
Ihr Leben im Untergrund verlief rasant und war immer geprägt von der Angst um Entdeckung. Die Römer indes hatten Spaß an der Verfolgung der Anhänger des Langhaarigen und durchstöberten ganze Stadtteile Jerusalems. Weinselig versuchten sie, die Mitglieder der Urgemeinde aufzuspüren. Doch dieses Vorhaben war selten von Erfolg gekrönt. Entweder waren die Christen zu schlau oder die Römer zu dumm. Bestenfalls beides.
Urchristen waren, anders als ihr Ruf, nicht nur von Nächstenliebe geleitet. Sie unternahmen verschiedene linkisch verunglückte Angriffe auf die römische Führungsebene, bemühten sich, soldatisches Fußvolk, Legionäre und kleinere Beamte, auf ihre Seite zu ziehen. Außerdem übten sie sich in zivilem Ungehorsam. Nur der ungeschickte Umgang mit Psychologischer Kriegsführung oder Waffengewalt ließ Schlimmeres der Urchristen verhindern. Doch sie setzten die Pflanze der langsamen Aushöhlung der imperialistischen Struktur und konnten ihr erklärtes Ziel schon nach 600 Jahren erfolgreich beenden.
Missionierung
Im Vergleich zu anderen Weltreligionen tut sich der Christentum wohltuend hervor. Indes die nichtchristlichen Sekten zur Verkündung ihrer Friedensbotschaften und um den rechten Glauben durchzusetzen, meist zur Waffe griffen, setzten die Christen auf das Wort Gottes, das sie, begleitet durch militärische Waffengewalt, in die Welt trugen.
Diese als Mission getarnten Eroberungen teilten sich grob in zwei Bereiche. Auf der einen Seite wollte man die Ungläubigen zum Glauben bekehren und nebenbei ihren Lebensraum annektieren, auf der anderen Seite wollte man Andersgläubige zum christlichen Glauben bekehren und nebenbei ihren Lebensraum annektieren. Die Missionsarbeit der Christen vollzog sich in 500er Jahresschritten.
0 – 500 Ende des römischen Reiches
Die christliche Bewegung verhielt sich zunächst wegen fehlender Waffen unmilitärisch. Die Urgemeinde verteilte sich auf Galiläa, während die Apostel auszogen, weite Teile der umliegenden Gebiete (von Indien bis Spanien) zu unterwandern und die Menschen von der Botschaft Jesu zu überzeugen.
Den Römern, die seit der Kreuzigung alles daransetzten, die Christen zu verfolgen und zu vertreiben, konnten aber gegen die im Untergrund werkelnden Sandalenträger nichts Nennenswertes ausrichten. Sie hatten zudem Schwierigkeiten, ihr ernorm gewachsenes Reich grenzstabil zu halten, da andere, kriegswillige Staaten (Persien, Germanien) sich redlich bemühten, die Ausmaße des Reiches einzudämmen. Die Christenverfolgung geriet in den Hintergrund und die Anhänger Jesu konnten sich derart ausbreiten, dass man schon die ersten Glaubensdifferenzen zwischen koptischer Kirche (Monophysiten, wie sie im Buche stehen) und griechischer Kirche (orthodox, da man Jesus auch als Mensch sah) anzetteln konnte.
Selbst die römische Herrschaft konnte nicht mehr von einem Kaiser allein sichergestellt werden. Es bedurfte eines Triumvirats, um sich der Aufgaben Grenzsicherung und Christenverfolgung zu stellen. Hierbei waren Zwistigkeiten innerhalb der Führungsriege vorprogrammiert. Geschickt schleusten die Christen zwei ihrer fähigsten Sünderinnen in den engeren Zirkel Konstantins, der auch prompt auf sie herein- und ihnen dann verfiel. Sie überredeten ihn, sich seiner Mitkaiser zu entledigen, was er auch unverzüglich umsetzte, und das Christentum als Staatsreligion einzusetzen. Auch diesen Wunsch erfüllte der lustbesessene Kaiser seinen Gespielinnen.
Um sich selbst ein Denkmal zu bauen und um Jerusalem etwas näher zu sein, gründete er am Bosporus Konstantinopel als Hauptstadt seines Reiches, das nach seinem Tode langsam zerfiel.
Die Christen haben sich durch einen langen, steinigen Weg in die erste Liga der Weltreligionen gehievt.
500 – 1000 Erstarkung Europas, ernst zu nehmende Glaubensgegner
Das römische Reich zerbröselte zusehends und neue Mächte erwachten. Germanen, die die heutige touristische Ausdehnung der Teutonen eroberten, drangen vom Norden in das Reich und Perser vom Osten.
Den Christen konnte es gleich sein, da sie sich auch unter neure Führung ihre ideologische Leitlinie nicht mehr nehmen ließen. Nur als plötzlich in ihrem Ursprungsgebiet ein Orientale auf den Gedanken kam, es Jesus gleichzutun und eine ebenfalls gottgewollte Religion zu gründen, begann ein erbitterter Glaubenskrieg, bei dem der Islam, wie sich die neue Bewegung nannte, deutlich an Macht gewann.
Mit besseren Waffen war die neue Religionslehre spielend leicht gegen die unbewaffneten Christen durchzusetzen. Der Islam hat im Morgenland Fuß gefasst und sich bis zum heutigen Tage festgesetzt. Für die Christen bedeutete dies eine bittere Niederlage, verloren sie doch ein sicher in festen Tüchern verpacktes Glaubensgebiet.
Kein Wunder, dass sich die Christen von ihrem Ursprung entfernten und sich auf das erwachte Europa stürzten. Durch Schenkungen und Erbschleichereien konnten sie ein beachtliches Vermögen und reichlich Grundbesitz, vor allem in Italien, aufweisen. Die als Patrimonium Petri (Aktiva des Petrus) bekannten Besitztümer machten den Römischen Bischof zum reichsten Mann Italiens. Er fälschte noch schnell eine Urkunde, die als Konstantinische Schenkung in die Geschichte einging, und die Genehmigung zur Gründung eines Kirchenstaats darstellte.
Da das Gerüst dieses Staates auf wackeligen Füßen stand, wurde der neu ernannte König der Franken, Pippin, zu einer weiteren Schenkungsurkunde überredet, die allerdings sofort verschwand und sich daher jeder Nachprüfbarkeit entzog. Sie gleicht bis heute einem Mythos. Der Vatikanstaat beruht also auf zwei mysteriösen Papieren, unglaublich viel Geld und einem Papst, der als Staatsoberhaupt weltliche Dinge nicht mehr leugnen konnte. Mit solchen Insignien ausgestattet, müsste es doch möglich sein, den Orient zurück zu erobern, dachte man im Kirchenstaat.
1000 – 1500 Kreuzzüge gegen das Morgenland
Aus der Geschichte des Römischen Reiches ging hervor, dass die Ostgebiete finanziell besser gestellt waren. Sie hatten Sand, um verschneite Wege zu streuen, besaßen die größten Dattelkolonien und hatten die schönsten Sklavinnen. Kein Wunder, dass die Päpste neidisch auf dieses Wirtschaftswunderland schielten. Um einen Anlass zum Kriegsbeginn zu finden, wurde die Befreiung Jerusalems gewählt.
Die vatikanischen Propaganda-Spezialisten zogen aus, um die nötige Menge Ritter zusammenzutrommeln, die dann als Kreuzzügler gen Osten zogen. Die Europäer waren begeistert, endlich tat sich mal was und aus allen Gebieten zogen große Heerscharen Richtung Morgenland. Allerdings konnten sie nicht viel erreichen, da auch die Sarazenen bewaffnet waren und sich ihre Gebiete nicht so einfachen wegschnappen ließen. Es gab zahlreiche Tote auf beiden Seiten und keinen definierten Sieg. Aber immerhin hatte man die Weichen für einen ewig dauernden Glaubenskrieg gelegt. Man einigte sich später darauf, in Konstantinopel eine Grenze zu ziehen. Der westliche Teil gehörte zum Einzugsgebiet des Papstes, während östlich des Bosporus die Muselmanen das Sagen hatten.
Dem Christentum fehlten neue Impulse, um neue Anhänger zu finden. Glücklicherweise entdeckten Christen Amerika und nutzten den Vorsprung aus, vor den Moslems dieses Gebiet zu missionieren.
1250 - 1750: Zwischenmissionierungsepoche der Fremdkörperbekehrung
Einen besonderen Stellenwert hatte immer schon die "inländische Mission". Hierin wurde man dem Umstand gerecht, dass eine Missionierung sich zwar wie ein Flächenbrand schnell ausbreitet, aber bei allzu motivierten Missionaren, die nur auf den schnellen Erfolg erpicht sind, rückständige Personen und Personengruppen, also religiöse Fremdkörper, zurückbleiben, die allerdings bei mehr Motivation des Missionierenden auch hätten bekehrt werden können.
Damit dieser verbackbare Weizen nicht einfach verheizt wird, wurde die Heilige Inquisition, quasi die Waschmaschine für die unerwünschten Missionierungsüberbleibsel, ins Leben gerufen. Offenbar hatten die Missionare zwar hübsche, junge und dynamische Leute bekehrt, die auch nicht ohne ihr begehrtes Federvieh, ihre Milchkühe und so vielseitig nutzbare Tiere wie Schafe und Pferde dereinst ins Himmelreich einziehen wollen, aber gern die Randgestalten der damaligen Gesellschaft vergessen hatten: so etwa geißfüßige Geschöpfe, die des nachts Kindern aus bösen Büchern vorlasen, alte Frauen, versoffene Mönche und schwarze Katzen.
Schwierig war es daher zunächst für die Inquisition, Zugang zu diesen oft ermitisch lebenden Wesen zu finden und eine Sprache zu finden, sich ihnen verständlich zu machen. So mussten extra Räume eingerichtet werden, in denen alten heidnischen Glaubensrichtungen, wie etwa Naturreligionen abgeschworen werden konnten, bevor sie reinigenden Prozessen im Wasser oder im Feuer zugeführt werden konnten.
Mithin war dieser Missionierungsprozess erst Mitte des 18. Jahrhunderts abgeschlossen worden, als in der Schweiz - hier zählt man ja nie zu den ersten - die letzte Hexe verbrannt wurde.
1500 – 2000 Die Entdeckung Amerikas mit neuen Mitgliedern
Die Neue Welt versprach enormen Aufschwung. Hier konnten unter dem Deckmantel christlicher Nächstenliebe die Ureinwohner gefahrlos als Sklaven in die Gold- und Silberminen geschickt werden und für weiteren Reichtum der Staatsoberhäupter[6] sorgen. Nebenher wurden Missionare aller Orden in die neuen Gebiete entsandt, damit die Ureinwohner katechistisch geprägt wurden. Schließlich würde der Tagebau von Ungetauften das gewonnene Edelmetall entweihen und den Wert des Goldes schmälern.
Nachdem das El Dorado, das aus reinstem Gold bestand, nicht gefunden wurde, besann man sich darauf, die Gebiete landwirtschaftlich zu nutzen. Mit Zuckerrohr und Baumwolle, beides Bedarfsgegenstände des zivilisierten Europas und bislang in den Händen der Moslems, konnte man sich unabhängig machen. Da die christlichen Eiferer den Bestand der Ureinwohner komplett dezimierten, brauchte man neue Arbeitskräfte. Diese fand man in Afrika.
Dieser bislang vernachlässigte Kontinent barg ungeheures Potential. Hier gab es viele zu missionierende Menschen. Um sicherzustellen, dass es zu keiner Mischform der Glaubensrichtungen kam, schickte man die Afrikaner nach Amerika, da sie hier, befreit von heimatlichen Ablenkungen, besser vom rechten Glauben überzeugt werden konnten.
Doch auch die Moslems waren ausgeschlafen genug, sich ebenfalls auf die afrikanischen Gebiete zu stürzen und große Teile zu islamisieren. So sind auf diesem Kontinent heute beide Glaubensrichtungen vertreten und sorgen für brodelnde Bruderkriege.
Amerika entwickelte sich zur festen Bastion rechtgläubiger Lehre und hat sich bis heute von Feuerland bis Alaska islamfrei gehalten.
2000 – heute Bekämpfung der Achse des Bösen
Amerika, insbesondere die USA, ist heute der Rächer der Welt. Nachdem die Päpste nur noch umherfliegen und fremde Flugplatzbahnen küssen, nimmt der Staatenbund das Heft der religiösen Tradition in die Hand und missioniert weite Teile des Orients und Asiens. Amerika ist der starke Arm des Christentums und bemüht sich, die frohe Botschaft zu verkünden und nebenbei die zu missionierenden Länder zu annektieren.
Glaubensrichtungen
Protestantismus
Entstehung
Als Protestanten bezeichnen sich Menschen, die einer der katholischen Kirche abgewandten Lebensweise nachgehen. Die Lehre fußt auf eine neue Glaubensansicht, die im 16. Jahrhundert vom deutschen Theologen Martin Luther ausging: Warum rülpset und furzet ihr nicht, hat es Euch nicht geschmacket? wurde zur Kernaussage des dogmatischen Religionsführers. Er fand damit großen Zuspruch in Ländern mit Seefahrer-Tradition (England, Holland, Norddeutschland, Skandinavien), die sich in diesen Glaubenssätzen wiederfanden und dient als Erklärung dafür, dass der Protestantismus heute in maritim geprägten Gebieten die am Weitesten verbreitete Religionsform ist. Die katholischen Oberen sahen zunächst ungläubig auf das Treiben, dass sich meilenweit entfernt vom Vatikan entwickelte. Sie konnten nicht glauben, dass ihre stringente Glaubensform ins Wanken kam und unterstellten dem als gläubig bekannten Luther, dass er nur einen Versuch, einen Test sozusagen, startete, um die Reaktion des Papstes zu abzuwarten. Nachdem sie aber feststellen mussten, dass Luther seine Mission ernst nahm, er Dorf für Dorf überzeugte und es sogar zum schnellen Wachstum dieser Gruppe kam, war es bereits zu spät, was dem Vatikan zum ersten Mal nach Jahrhunderten der Aktion bzw. Action den Nimbus der Reaktion einbrachte: pro Test Luthers überfielen sie ein abtrünniges Dorf und versuchten die Konvertiten in ihrem Glauben zu beugen. Durch diese Maßnahmen gaben sich die Anhänger Luthers die Bezeichnung Pro-Testanten. |
Vorteile
Die Neuheiten dieser Religionsform sprachen für sich: keine Ablassbriefe mehr, keine Beichte, kein Zölibat, kein Rosenkranzbeten, keine Klöster und dadurch Nonnen für alle. Andererseits erlaubte der Protestantismus Abendmahl mit Rotwein, Pastoren in legerer Kleidung und Predigten, die Alltagsthemen aufgriffen und das sogar in deutscher Sprache. Die Glaubensform war dichter am Menschen und barg zudem den Vorteil, katholische Feiertage in Anspruch zu nehmen, selbst wenn sie nicht durch die eigene Glaubensrichtung dazu legimitiert sind.
Der Protestantismus wandelte sich im Laufe der Jahre zur Evangelischen Kirche, die sich auf das Evangelium beruft und das Neue Testament als Glaubens-Basis betrachtet. Das Leben Christi war das Maß aller Dinge. Gleich seinem heutigen Stellvertreter, dem als Messias gehandelten David Copperfield, vermochte er bereits vor 2000 Jahren Tricks zu vollführen, die die Menschen verblendet in ihren Bann zogen. Glücklicherweise konnten die Philister ihn als Schwindler überführen und ihn einer gerechten Strafe zuführen. Sein schicksalhafter Lebensweg und das unrühmliche Ende, das ihn durch einen finalen Zaubertrick unsterblich werden ließ, wurde in den Evangelien festgehalten und wird bis heute von den Anhängern dieser Glaubensform vergöttert.
Die Glaubenslehre
Die Glaubenslehre bezieht sich im Wesentlichen auf die fünf Soli der Reformation:
- Sola tristis – nur durch seinen Glauben allein wird der Mensch gerechtfertigt, nicht durch Zauberei. Diese Sola gilt als die langweiligste, da sie zu verhindern versucht, des Leben Jesu nachzuahmen. Die daraus resultierende Traurigkeit soll die Annäherung zu Gott stärken.
- Sola gracia – nur durch den Zauberspruch Gottes allein wird der Mensch errettet, nicht durch billige Geschenke. Hierin wird geregelt, dass alle Menschen vor Gott gleich unbedeutsam sind und nichts umsonst ist.
- Solus Christus - nur Christus allein darf die Kunststücke Übers-Wasser-Gehen und Wiederauferstehung vorführen. Sie sind per Gesetz vor Nachahmung geschützt. Bei Nichtbeachtung drohen harte Strafen wie z. B. Ausschluss aus dem VdM (Verband der Magier), kein Nutzung des Kreuzes als Zauberstab oder keine Duldung öffentlicher Aufführungen in Kirchen.
- Sola Scriptura – Die Tricks, die Jesus vollbrachte, sind in der Heiligen Schrift der Magier zusammengefasst. Nur das hier Beschriebene allein darf vergöttert werden. Diese Sola wendet sich hauptsächlich gegen die Katholiken, denen die klerikale Weisung Das war schon immer so, so soll es bleiben! Richtschnur war. Für Protestanten gilt der Traditionsgedanke als rückständig.
- Sola Rium – Nur in Schönheit allein darf man Gott gegenübertreten. Gepflegte Fingernägel und sonnengebräunte Haut sind das Minimum an Achtung, das man seinem Schöpfer entgegen bringen muss. Abzüge gibt es bei mangelnder Zahnhygiene. Da droht dann schon mal ein langjähriges Verweilen vor der Himmelspforte.
Mit diesen einfachen Glaubenssätzen konnte man eine ganze Religion aufs Nötigste zusammenstreichen. Die Soli waren schnell zu lernen und enthielten nicht allzu viele Verbote. Auch die Frauenfrage wurde hierin nicht angesprochen, sodass Frauen vermehrt Einzug in führende Stellungen der evangelischen Kirche erhielten.
Protest-Tanten
Die Aufhebung des Zölibats brachte mit sich, dass immer mehr Frauen die Haushalte der Geistlichen unterwanderten. Sie versorgten als Ehefrauen ihren Mann und die Kinder, übernahmen dann einfache Aufgaben in der Gemeindearbeit (Essensausgabe für Bedürftige, Sammlungen für wohltätige Zwecke veranstalten usw.) und trauten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch selbst zu, eigenverantwortliche Aufgaben zu übernehmen. Sie waren vertraut mit dem Regelwerk, wussten, wo die Bibel stand und kannten viele Textpassagen der Gesangsbücher auswendig, sodass sie im Krankheitsfall schon mal für ihren Mann einspringen konnten. Später organisierten sich die gläubigen Frauen in losen, regional begrenzten Verbänden.
1918 wurde die Vereinigung evangelischer Frauenverbände in Berlin gegründet. Dies wurde notwendig, weil es so schien, als ob die bis dahin wohlerzogenen und gehorsamen Damen durch amerikanischen Einfluss (Charlston, Josephine Baker, Alkohol, Drogen) vom Glauben ablassen wollten. Durch die Wirren des Ersten Weltkrieges, die viele zu Witwen machten, verdrängten sie die Gottesfürchtigkeit und entschieden sich, für die Suche nach einem funktionstüchtigen Mann, ein lasterhaftes Leben zu wagen. Hier griff der Frauenverband der Restgläubigen ein: warnend erhoben sie die Finger und Protest. Sie appellierten an Frauensolidarität und daran, dass ein bescheidenes Leben für Gott erst rechten Sinn ergäbe. Nach und nach konnten sie die amerikanische Beeinflussung stoppen und die Frauen wieder an ihren gottgewollten Platz zurückführen.
Ab diesem Zeitpunkt vertrat der Verband frauenrelevante Fragen gegenüber Regierung, Kirchenrecht und Wissenschaft und übernahmen federführend organisatorische Aufgaben der Frauen untereinander, in der Ökumene und gegenüber Kirchenoberen.
Heute ist es selbstverständlich geworden, Frauen in der evangelischen Kirche von der Kanzel predigen zu lassen oder als Bischöfinnen hoheitliche Aufgaben zu übernehmen.
Katholizismus
Römisch katholisch
Gründung
Die Römisch-katholische Kirche geht zurück auf Pfingsten des Jahres 33, nachdem Jesus als Märtyrer seinen Tod fand, dann doch auferstanden ist und den Heiligen Geist auf die Apostel schüttete. Die Apostel zogen in die Welt und starteten den Beginn einer Glaubensgemeinschaft. Noch war das Leben Jesu in aller Gedächtnis und es durfte nicht in Vergessenheit geraten. Petrus, einer dieser Apostel, war etwas schlauer als seine Mitjünger. Er stellte bei den römischen Besatzern einen Antrag auf Religionsgründung und wählte hierfür einen Namen, der vage an das Leben der Ur-Christen in den Katakomben erinnerte: Katholizismus. Die Römer stimmten der Religionsgründung zu, unter der Bedingung, dass ihr Name mit eingeflochten wird und dass die offizielle Sprache Latein sei, damit sie verfolgen konnten, was bei den Glaubensanhängern so vor sich geht. Petrus ging darauf ein, und der Grundstein zum römischen Katholizismus war gelegt. Der Apostel begründete seine Tat damit, den Auftrag direkt von Jesus Christus erhalten zu haben, um die Ekklesia, die Kirchengründung, in die Welt zu tragen. In der ersten Satzung verfügte Petrus, dass sein Nachfolger uneingeschränkte Macht habe und den Titel Papst (für die Römer: Papa) erhalten sollte.
Im Laufe der Zeit erhielt der Nachfolger Petri den Primatsstatus, d. h. er hält sich für unfehlbar, einzigartig und von Gottes Gnade, während er mit Ausnahme der Bischöfe, die ihn gewählt haben, alle anderen Glaubensanhänger als Primaten sieht. Aus diesem Primatsstatus ergibt sich die Hierarchie der römisch-katholischen Kirche, die bis heute Gültigkeit besitzt.
Glaubenslehre
| Die Katholische Kirche glaubt daran, dass Jesus die Menschwerdung als Sohn Gottes dazu nutzte, sich mit dem Heiligen Geist zu verbinden und als Sprachrohr seines Vaters die Menschen von ihrer Schlechtigkeit zu überzeugen. Nachdem die Propagandamaschine nicht so anlief, wie Gott sich das erhoffte, starb Jesus stellvertretend für die Sünden der Menschheit am Kreuz, wodurch er den Humanoiden Sündenfreiheit gewährte und den Weg zu Gott öffnete. Aus Dankbarkeit verehren Katholiken das Wirken des Gekreuzigten.
Sie halten das irdische Leben für eine Zwischenstufe, die nach Ableben in die Ewigkeit führt. Die kann je nach Lebensweise in der Hölle (dunkel, warm) oder Himmel (luftig, hell) stattfinden. Katholiken halten das Leben im Himmel für schöner, weshalb sie anstreben, dort zu landen. Hierzu sind besondere Regeln nötig. Man sollte getauft, gefirmt und verheiratet sein. Dazu das Abendmahl zu sich genommen haben, gesalbt und geweiht sein und besonders wichtig, gebeichtet haben, um alle Schuld später abzustreiten. Ein Leben mit dem Erhalt dieser sieben Sakramente bedeutet gleichsam die Eintrittskarte in den Himmel. |
Auffällig werden die Katholiken durch ihre ungewöhnliche Heiligenverehrungspraxis. Nachdem die katholische Kirche selbst x-beliebige Verstorbene postum für heilig erklärte, verlangte sie von ihren Gläubigen alsdann unbedingte Verehrung. Dies kann geschehen durch Kauf von Heiligenfiguren, Postkarten oder Kerzen mit entsprechenden Motiven. Darüber hinaus pilgern jährlich viele Tausende in heilige Grotten, zu Flussquellen oder zu Gebäuden, Denkmäler etc. und unterstützen die Kirche durch den Kauf zu überhöhten Preisen von geweihtem Wasser, Sand oder Steinen.
An diesen Wallfahrtsorten sind Heilige erschienen und sorgen dafür, dass auch heute noch Gläubige auf ein weiteres Wunder hoffen. Entweder wird man dann eine Krankheit los, bekommt männlichen Nachwuchs oder besiegt einen lästigen Konkurrenten. Aber Obacht, man erhält nur eine Chance auf ein Wunder pro Weihgegenstand. Für mehrere Wünsche müssen auch mehrere Objekte gekauft werden. Und, je mehr man bezahlt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, keine Niete gekauft zu haben.
Als Glaubensgrundlage dient die Bibel, die mit beiden Bänden (AT & NT) von den katholischen Anhängern wortwörtlich genommen werden. Sie glauben an Golem, aus dem Adam entstand oder an Erzengel, Meeresspaltungen und vieles mehr. Und über allem thront Gott, der Allmächtige, der Schöpfer, der Gütige.
Ausführungsbestimmungen
Die Katholiken versuchen, eine wertkonservative Lehre zu verbreiten. Dazu gehören hehre Ziele wie Ächtung von Krieg (es sei denn, gegen Andersdenkende), die Gelobung von Liebe, Gewaltverzicht, Wahrheit, AIDS oder Treue. Darüber hinaus lehnte man theoretisch den Kapitalismus ab, praktizierte ihn jedoch öffentlich.
Einig ist man sich nur in moralischen Fragen. Man verbietet und unterdrückt gleichgeschlechtliche Liebe (ausgenommen innerhalb des Bistums), Ehescheidung, Viagra, Sex bei Tageslicht, Abtreibung, Verhütungsmittel, Sterbehilfe oder das Pfuschen in Gottes Domäne, der Gen-Forschung.
Gerade in der Frage der Verhütung gelten Katholiken als etwas rückständig. Jedoch halten sie die Verbreitung von AIDS für ein probates Mittel gegen die drohende Überbevölkerung und gegen die schwarze und gelbe Gefahr. Sie setzen hierbei auf eine gottgewollte gewaltfreie Regulierung des Humanbestandes.
Opus Dei
Der Opus Dei (Der alte Gott) ist ein Zusammenschluss wissbegieriger Christen, die sich zum Ziel gesetzt haben, fremden Menschen das Werk Gottes näher zu bringen. Hierzu unterwandern sie Universitäten, Volkshochschulen, Kindergärten und Fernsehanstalten, um durch den Marsch durch die Institutionen eine möglichst große Zielgruppe zu erreichen. Sie bemächtigen sich der Insignien der römisch-katholischen Kirche und schleudern den Rosenkranz, die Ave Marias und zahllose Gebete durch die Gegend und hoffen, damit besonders naive Menschen zu beeindrucken.
Man unterscheidet innerhalb der Machtstrukturen grundsätzlich zwischen Verheirateten, Unverheirateten und ehelosen Frauen. Die letztgenannten haben hoheitliche Aufgaben im Bereich der Gebäudepflege, der Essenszubereitung sowie der Wäscherei und dürfen, wenn sie über entsprechendes Aussehen verfügen, sogar im Bereich der Verwaltung tätig sein. Die Verheirateten gehen einem normalen Berufsleben nach, während die Unverheirateten gezwungen werden, ihren Beruf aufzugeben, um nur noch Gott zu dienen. Sie werden in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht und haben einen streng geregelten Tagesablauf.
- Zu Tagesbeginn laut Halleluja sagen. Hiermit begrüßt man seinen Herrn, den lieben Gott.
- Dann Beten (10 Minuten) , Waschen (3 Minuten), Anziehen (2 Minuten)
- Anschließend Treffen im Refektorium, um eine karge Mahlzeit einzunehmen
- Beten (35 Minuten)
- Hausarbeiten, Gartenarbeiten, Bettenmachen, Wohnzelle reinigen
- 3 Ave Maria,12 Vater unser
- Rosenkranzübungen
- Selbstgeißelung (10 Minuten)
- Mittag
- Gehirn-Jogging mit Aufnahme neuer Erkenntnisse aus der christlichen Lehre
- 3 Ave Maria
- Bibelkurs 1 – 3, anschließend gemeinsames Singen.
- Warme Abendsuppe, Selbstgeißelung, Beten, Schlafen
Nach einer Anwartschaft von drei Jahren kann man dann zum Priester innerhalb des Opus Dei bestellt und in eine der Organisation dienlichen Stellung eingeschleust werden. Hier hat man die Lehre Christi zu verbreiten und viele neue Mitglieder zu rekrutieren.
Rheinisch katholisch
Neuapostolischer Glauben
Eine Sonderform des christlichen Glaubens nehmen die Neuapostoliker ein. Sie glauben an die Wiedergeburt Jesu und dass nur ein Leben nach den Regeln ihrer Lehre es ermöglicht, Jesus zu erkennen. Um auf das Ereignis vorzubereiten und nötigenfalls Bescheid zu geben, falls der Messias erscheint, bedarf es sogenannter Apostel, die keine besondere Ausbildung genossen haben, sondern sich nur eindringlich und lautstark zu Wort melden können. In Gebieten, in denen die Neuapostoliker besonders stark vertreten sind und teilweise die Hauptreligion darstellen (USA, Teile Afrikas) werden die Prediger unterstützt durch schmissige Chöre oder Musikbands, die Texte verstorbener Apostel besingen.
In Deutschland nimmt die Neuapostolische Kirche eine besondere Stellung ein, da sie in den Dreißiger und Vierziger Jahren verkündeten, der von Gott gesandte Führer sei erschienen und verlange rücksichtslose Unterwerfung. Außerdem solle man dem Bollwerk der Juden und Schwarzen, die den Hellhäutigen nur die Jobs stehlen wollen, nicht länger Unterstützung gewähren. Nun mag man mutmaßen, dass die NAK (Neu Apostolische Kirche) sich hier geringfügig vom politischen Tagesgeschehen hat beeinflussen lassen, doch die Struktur der NAK ähnelte der der Regierung des Dritten Reichs. Strenge Hierarchieform, absolute Gehorsamspflicht und Jugendarbeit, die darauf abzielt, den Kindern Kraft durch Freude am Glauben vorzuleben und eine Ausstieg aus der Organisation zu erschweren. Da kann es schon mal zu Verblendung und Verwechslungen führen, zumal der Stamm-Apostel (der oberste Hirte der NAK) eng befreundet mit dem Reichspropaganda-Minister war.
Die NAK ist Mitglied im internationalen Verbund der Apostoliker, der NAKI-Dei (Neu Apostolische Kirche International – im Namen Gottes) und versucht, Mitglieder aller christlichen Glaubensformen in sich zu vereinen. Die Nakideis finanzieren sich über Geld- und Sachspenden, die als Opfer bezeichnet werden.
Auch wenn niemand genau sagen kann, was Jesus, so er denn noch einmal auf der Erde erscheinen wolle, zu tun gedenkt, die Neuapostoliker jedoch sind gewappnet. Notfalls fahren sie mit Jesus gen Himmel.
Die Katharer
Die Katharer waren eine kirchenoppositionelle Bewegung, die sich im Baskenland entwickelte. Die dort lebenden Menschen waren seit jeher gegen alles und so gründete sich in loser Formation eine Religionsform, die vom Vatikan als Laienreligion verspottet wurde. Nachdem sich aber immer mehr Zuläufer fanden und die Katharer eine ernst zu nehmende Gegenbewegung zur katholischen Kirche wurde, versuchten die Päpste in einem 100 Jahre dauernden Glaubenskrieg, die Katharer zu vernichten.
Wie es dazu kam
Die Katharer glaubten prinzipiell an zwei Mächte: zum einen die gute Macht, verkörpert durch Gott, dem Gütigen, zum anderen an eine schlechte Macht, hier symbolisiert durch den Teufel, dem Pfuibah. Auch wenn im Vatikan Ähnliches verbreitet wurde, sahen es die Päpste als Gotteslästerung an, diesen Teufel überhaupt in eine Religion einzubeziehen. Damit forderten sie die streitbaren Südfranzosen erstrecht heraus. Als Gegenreaktion auf die päpstliche Schelte, verdammten die Katharer das Alte Testament als Werk eines schlechten Gottes und unterstellten damit, dass es einen zweiten Gott geben müsse. Das war dem Vatikan der Blasphemie zuviel und sie gingen über zu einen Gegenangriff.
Die katholische Kirche formte aus dem Begriff Katharer den Begriff Ketzer, abgeleitet von der Katze, die ja auch, gerade im Vergleich zum treudoofen Hund, link sein kann und begannen mit einer Glaubensüberprüfung. Um sich nicht selbst die Hände schmutzig zu machen, wählten sie geschickt verschiedene Orden aus, die Abgesandte in die Region schickten um festzustellen, was an den sich selbst als „die Reinen“ bezeichnenden dran ist. So kam auch Dominikus, der als Gründer der Dominikaner bekannt wurde, erstmals in Kontakt mit den Neutestamentariern. Sein Orden hat sich





